Geschichte

Der Name

Früher nutzten Menschen häufig eine Furth, also eine seichte Stelle, um einen Bach oder Fluss zu durchqueren. An einer derartigen Furth im Pramfluss befand sich diese Mühle, unsere Vorfahren nannten sie daher „Furthmühle“.

Erste Erwähnung

Im „Schaunberger Urbar“, einer Auflistung der Einkünfte der Grafen von Schaunberg aus dem Jahr 1371, wird die Furthmühle erstmals wie folgt erwähnt: „Pram, mul und sag, furtmul zu Pram“. So sieht die Furthmühle auf eine rund 650-jährige Geschichte zurück und ist heute die einzig erhaltene von ehemals 43 Mühlen am gesamten Lauf der Pram.

Historische Ansicht der Furthmühle um 1920

Bewirtschaftung

Über Jahrhunderte war die Furthmühle ein bedeutender Landwirtschafts- und Gewerbebetrieb. Etwa 140 Mahlbauern aus 12 Gemeinden belieferten die Mühle mit ihrem Getreide. Bis in die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen war in der Mühle das „Mauthen“ üblich. Der Bauer zahlte nichts für das Mahlen, der Müller behielt sich als Maut zehn Prozent des Getreides.

In der Furthmühle arbeiteten neben dem Obermüller noch zwei Müllerburschen. Das Sägewerk hatte drei bis sechs Beschäftigte, fallweise, so beim Holzverladen, kamen noch Taglöhner dazu. In der Landwirtschaft mit ca. 30 Joch (davon 10 Joch Wald) arbeiteten zwei Knechte und zwei Mägde. Die Müllnerstubn war Treffpunkt für alle Familienangehörigen und Bediensteten.

Ein kleines Kraftwerk belieferte seit Beginn der Elektrifizierung um 1918 einen Teil der Hofmark Pram mit elektrischem Strom. Für Spitzenverbräuche (z. B. bei Ballveranstaltungen oder Hochzeiten) standen zusätzlich zwei Akkumulatoren zur Verfügung. Im Jahr 1922 wurde die Lichtgesellschaft Pram gegründet. Sie übernahm die Stromkunden der Furthmühle.

Die Besitzer

Die wechselnden Besitzverhältnisse sind seit dem Jahr 1625 bekannt. Nach einem verheerenden Brand im Jahr 1898 wurde die Mühle von Amalia Pichler wieder aufgebaut, aufgrund der Heirat mit Josef Irger-Berger ging der Besitz auf diesen über. 1910 starb Amalia. In zweiter Ehe heiratete Irger-Berger Maria Mühlböck, Erbin des Schlosses Feldegg. In diese Zeit fällt auch die Errichtung der im Jugendstil ausgeführten Furthmüller Villa. Der zweiten Ehe entstammen zwei Kinder, Alois und Marianne. Marianne übernahm Mühle und Säge 1937, sie starb 1987. Zuletzt war die Furthmühle im Besitz der Familie Wageneder, die 1991 Mühle und Säge an die Gemeinde Pram verkaufte.


Die Furthmühle nach dem großen Brand im Jahr 1898

Renovierung und Schaubetrieb

1992 wurde der Kulturverein Furthmühle gegründet und begann als Betreiber des Areals die Sanierungs- und Instandsetzungsarbeiten. Drei Jahre später nahm die Anlage den Schaubetrieb auf. Im Jahr 2001 erfolgte der Beitritt der Furthmühle  zum Verband Oö. Freilichtmuseen.